Wie einladend sind unsere Räume für junge Familien?

Räume sind Botschafter und sprechen eine klare Sprache. In einem kinderfreundlichen Restaurant finden junge Eltern Hochstuhl, Wickeltisch und Spielsachen. Die SBB verfügt über Familienabteile, welche sich nach den Bedürfnissen von Familien richten. Und wie ist das bei Kirche? Fühlen sich junge Familien in unseren Räumen wohl?

Familienfreundliche Raumgestaltung

Gestaltete Räume tragen dazu bei, dass sich junge Familien in der Pfarrei willkommen fühlen und ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden. Sie sind ein wichtiges Signal für eine glaubwürdige und gastfreundliche Familienpastoral.

Top 5 für junge Eltern

Jungen Eltern nennen bei kindgerechten Räumen vor allem folgende Punkte:

  • Wickelmöglichkeit

  • Kindersitze

  • Zugängliches Spielmaterial

  • Aufwärmmöglichkeit für Babynahrung

  • Rampe und Abstellplätze für Kinderwagen

Sehen, Unterscheiden, Handeln

Bei der Raumgestaltung geht es um folgenden Dreischritt:

  • Sehen: Was entdecke ich, wenn ich unsere kirchlichen Räume und das Aussengelände aus der Perspektive von Kindern und deren Bezugspersonen wahrnehme?

  • Unterscheiden: Was ermöglichen unsere Räume und was verhindern sie?

  • Handeln: Bei allen Überlegungen hin zu einer familienfreundlichen Raumnutzung und Gestaltung stehen die Themen und Bedürfnisse der Kinder und ihrer Bezugspersonen im Mittelpunkt.

Von einfach bis aufwändig

Die Römisch-Katholische Kirche im Aargau hat Ideen für leicht umsetzbare Veränderungen bei der Raumgestaltung zusammengetragen. Darüber hinaus aufwändigere Möglichkeiten für eine familienfreundliche Neu- und Umgestaltung von Räumen.

Eingangsbereich und Treppenhaus

Der Eingangsbereich innen und aussen ist die Visitenkarte einer Pfarrei. Familien können hier ankommen, ihre Garderobe ablegen und sich orientieren.

Kirchenraum

Der Kirchenraum gehört der ganzen Pfarrei – also auch Familien. Kleinkinder und ihre Familien nehmen an Gottesdiensten im Kirchenraum teil und erleben die spirituelle Dimension des Sakralbaus.

Aussengelände

Oftmals sind Kirche und Pfarreigebäude von Grün- und Spielflächen umgeben. Werden sie bewusst gestaltet, erleben Kinder und deren Bezugspersonen Natur und Jahreszeiten als alle Sinne ansprechende Kraftquellen, die einen Zugang zur schöpferischen Dimension ermöglichen.

Küche und Verpflegung

Gemeinsam essen und sich verpflegen können, ist für Kinder und deren Familien ein wichtiger Wohlfühlfaktor. Kleine Kinder haben ihren festen Essensrhythmus und sind darauf angewiesen, dass ihr Hungergefühl zeitnah gestillt wird.

Sanitäranlagen

Familienfreundliche Sanitäranlagen entlasten Begleitpersonen und unterstützen kleine Kinder bei ihrem Wunsch nach Selbstständigkeit. Gepflegte Toiletten sind ein wichtiger Wohlfühlfaktor.

Veranstaltungs-, Sitzungs-, Spiel- und Rückzugsräume

Die Gemeinschaftsräume werden von unterschiedlichen Zielgruppen genutzt. Auch Kinder und deren Bezugspersonen sollen sich darin wohlfühlen. Spielen ist ein wichtiges Kommunikationsmittel zwischen den Generationen und den Kulturen. Vielfältige Spielmöglichkeiten tragen zu einer familienfreundlichen Raumgestaltung bei.

Bildergalerie als Inspiration
Sicherheit als zentrales Anliegen

Die Kirchgemeinden müssen dafür besorgt sein, dass die Räume kindersicher eingerichtet sind und/oder Gefahrenzonen markiert und abgesperrt werden. Sie müssen den Unterhalt der Räume sicherstellen, Mängel zeitnah beheben und dabei die Ohren offen haben für die Rückmeldungen von Eltern und Aufsichtspersonen, welche die «tatsächliche Nutzung» beobachten.

Beispiele gesucht
Fazit

Es sind oft kleine Veränderungen, die einen Raum oder eine Pfarrei familienfreundlich machen. Ein wichtiger Schritt ist es, die Perspektive der Zielgruppe einzunehmen und durch diese Brille die eigenen Räume zu sehen. Dann wird schnell sichtbar, was verändert werden könnte. Vor allem ist wichtig, die Bedürfnisse junger Familien zu erfragen und sie bei der Gestaltung mit einzubeziehen.

Familienfreundliche Raumgestaltung ist ein Projekt der Römisch-Katholischen Kirche im Kanton Aargau.
Ansprechpersonen sind Christiane Burgert-Rothmaier und Peter Michalik

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